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Kalt erwischt im ewigen Sommer

Nach der Pensionierung in südliche Gefilde auswandern, in denen das Klima angenehm und die Lebenshaltungskosten tief sind: Davon träumen etliche Schweizer und Schweizerinnen. Ganz so einfach ist das Leben in der Fremde allerdings nicht.

Von Vera Bueller / 14. April 2010

Ein Schneekettenobligatorium im Südpiemont? Maria und Fredi von Ballmoos mussten schallend lachen, als sie in der Gegend um Alba entsprechende Verkehrsschilder sahen. Es war Sommer, die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel. Das Schweizer Ehepaar befand sich auf der Suche nach einem alten Haus mit viel Land, inmitten der Weinberge, wo sie gemeinsam alt werden wollten – «ohne direkte Nachbarn und ohne Eigenmietwert», erinnert sich Maria von Ballmoos. Ihr Traum sollte in der Provinz Cuneo in Erfüllung gehen.

Härte Winter als in der Schweiz

2002 wanderten die Beiden samt Hund und Katze nach Italien aus. Nachdem sie das Haus renoviert, mit Solarpanel und Holzheizung versehen, einen Bioschwimmteich angelegt und die 5,5 Hektar Land urbar gemacht hatten, war fast alles perfekt. Aber eben nur fast. «Es gab Dinge, die wir nicht ändern konnten und uns zunehmend in die Verzweiflung trieben», resümiert Maria von Ballmoos. Da waren zum Beispiel die Verkehrsschilder mit dem Schneekettenobligatorium – sie lösten schon bald kein Lachen mehr aus: «So harte Winter mit derart viel Schnee haben wir in der Schweiz nie erlebt», sagt der heute 63-jährige Fredi von Ballmoos. Zuletzt hätten sie eine Schneemenge von 2,6 Metern gemessen. Diese «langen saukalten Winter, in denen immer alle krank sind, weil es nirgends richtige Heizungen gibt», habe sie letztlich dazu bewegt, wieder in die Schweiz zurück zu kehren.

Nicht jeder hält 365 Tage Sonne aus

Schliesslich hatte die Sehnsucht nach Wärme sie einst in die Ferne getrieben – wie die meisten Schweizer Auswanderer. «Erstaunlicherweise stellt das Klima dann aber am neuen Wohnort das grösste Problem dar», weiss Roland Flükiger vom Bundesamt für Migration. Er hilft Auswanderungswilligen schon seit vielen Jahren und rät: «Wer im Alter ans Auswandern denkt, sollte die Wahldestination vorher mehrmals zu verschiedenen Jahreszeiten bereisen. Da sind schon manchen die Augen aufgegangen.» Wenn beispielsweise in tropischen Ländern die Regenzeit beginne, gefalle es plötzlich vielen Schweizern in ihrem vermeintlichen Paradies nicht mehr. Auch halte nicht jede Psyche 365 Tage Sonne aus.

Mit der AHV wie ein Krösus leben?

Es sei halt ein Unterschied, ob man drei Wochen Ferien in einem Land mache oder für immer dort lebe. «Viele unterschätzen auch die Herausforderungen, die das Leben in einer fremden Kultur mit sich bringt. Allein schon zwischen Deutschland und der Schweiz gibt es Mentalitätsunterschiede, geschweige denn zu Ländern wie Thailand. Was nützt es dann, wenn man dort mit der AHV wie ein Krösus leben kann, sich aber komplett fremd vorkommt?», gibt Flükiger zu bedenken.

Einfach ein neues Leben beginnen

Dessen ungeachtet kehren immer mehr ältere Leute ihrer Heimat den Rücken zu. Die Gründe sind vielfältig: Nebst dem Klima sind es meist die günstigeren Lebenshaltungskosten und niedrigere Immobilienpreise, die locken; oder auch gesundheitliche Gründe – wenn zum Beispiel am Meer in Guatemala die Gelenke nicht mehr schmerzen. Viele wollen jedoch nach dem Erwerbsleben ganz einfach nochmals etwas anderes machen, ein neues Leben beginnen.

Die Costa Geriátrica

Die beliebtesten Ziele auswanderungswilliger Rentner und Rentnerinnen sind Frankreich, Spanien, Italien, Übersee und zunehmend asiatische Länder wie Thailand oder Indonesien. Eine exakte Statistik gibt es dazu nicht, weil bei der Erfassung von Auswanderern nicht unterschieden wird, ob jemand noch erwerbstätig ist oder nicht. Auch lassen sich längst nicht alle Emigranten offiziell registrieren. Der Sozialgeograph Andreas Huber schätzt die Zahl der mehr oder weniger permanent, das heisst zwischen sechs und zwölf Monaten an der Costa Blanca lebenden Schweizer Rentner auf zwischen 4- bis 6‘000. Er hat am Beispiel der von Spöttern so genannten «Costa Geriátrica» eine Nationalfondsstudie zum Thema Altersemigration verfasst (Bücher: siehe Info-Kasten).

Leben ohne Sorgen: eine Utopie

Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob die Pensionäre im Ausland ihr Glück gefunden haben. «Die meisten bezeichnen ihr Leben als abwechslungsreich und befriedigend. Ihre Sehnsucht hat eine Heimat gefunden», fasst Andreas Huber zusammen. Dennoch bleibe der Traum vom Leben gänzlich ohne Sorgen eine Utopie: nächtliches Hundegebell, zunehmende Verbauung, die vielen Engländer, das spanische Gesundheitssystem, Einsamkeit und Isolation – die Probleme seien mannigfaltig.

Mangel an Alters- und Pflegeheimplätzen

Die grössten Knacknüsse ortet Andreas Huber jedoch nicht im persönlichen Umfeld der Auswanderer, sondern in der regionalen Infrastruktur. Er hat ausgerechnet, dass in der Provinz Alicante nicht einmal die Hälfte an Alters- und Pflegeheimplätzen vorhanden sei, die für die ausländischen Betagten notwendig wären.

Krank und alt zurück in die Schweiz

«Viele Pensionäre zieht es denn auch zurück in die Schweiz, sobald sich ihr gesundheitlicher Zustand verschlechtert», hat Andreas Huber festgestellt. So wie Verena Kindlimann Pfister und ihr Mann. Er wollte zwar an der Costa Blanca sterben, sie jedoch nicht. Aber Verena Kindlimann betont, dass es glückliche 15 Jahre in der Fremde gewesen seien. «Und ich vermisse heute die Fröhlichkeit und Hilfsbereitschaft der Spanier.» Doch aufgrund des Gesundheitszustandes ihres Mannes seien das Haus, der Garten, der Poolunterhalt und vor allem die medizinische Versorgung zu einer Belastung geworden: «Man träumt mit 50, wenn man noch voll im Saft ist, vom Leben an Spaniens Sonnenküste und vergisst, dass mit zunehmendem Alter alles anders aussieht.» Wo bleibt dann die Hilfe nach Schweizer Muster?

Monatelanges Warten für Arzttermin

«Betreutes Wohnen gibt es in Spanien erst punktuell», ergänzt Rita Strassmann, Auslandschweizerrats-Delegierte in Spanien. Die heute 61-Jährige ist vor sechs Jahren zusammen mit ihrem Mann an die Costa Blanca ausgewandert. Die beiden sind glücklich. Aber das spanische Gesundheitssystem habe schon seine Tücken, mit denen ältere, Normalversicherte nicht so leicht zurecht kämen: «Medikamente, die man in der Apotheke holt, werden beispielsweise von der Privat-Kasse nicht bezahlt, und wer einen Arzttermin respektive einen Termin im Spital braucht, wartet im öffentlichen kostenfreien System mitunter monatelang».

Italienische Bürokratie

In Italien gibt es je nach Region nicht einmal fixe Arzttermine: «Man geht morgens ganz früh zum Arzt, setzt sich ins Wartezimmer und hofft, im Laufe des Tages dran zu kommen», erzählt Irène Beutler-Fauguel, die seit 40 Jahren in Italien lebt. Sie war Lehrerin an der Schweizer Schule in Rom, bevor sie in die Toskana zog und nun dort den Auswanderern als Präsidentin vom Dachverband der Schweizer Vereinigungen (Collegamento Svizzero) mit Rat und Tat zur Seite steht. Dabei gehe es meist darum, die italienische Bürokratie zu bewältigen.

Von Pontius zu Pilatus

«Mich wirft es heute fast um, wenn ich mal in der Schweiz bin, weil ich von einer Behörde etwas brauche und dann komme ich nach kurzer Zeit raus mit allem was ich haben wollte», bemerkt Irène Beutler lachend. In Italien laufe man dafür oft von Pontius zu Pilatus. «Die schicken einem einfach immer weiter in ein nächstes Büro. Jüngere Leute arrangieren sich irgendwie – stecken einem Büroangestellten Geld zu und der erledigt dann alles für sie.» Aber ältere, vor allem ältere Schweizer hätten damit Mühe.

Nur 5 Einzahlungen aufs Mal

Eine Überraschung könne man auch am Postschalter erleben, wenn man zum Beispiel sechs Einzahlungen erledigen wolle. «Nach langem Anstehen heisst es, dass man nur 5 Einzahlungen aufs Mal machen könne. Für die sechste müsse man erneut hinten anstehen», erzählt die heute 65-Jährige. Gleichwohl betont sie, sehr gern in Italien zu leben und dass sie solche Dinge in Kauf nehme «sie gehören hier zu meinem Leben».

Anderes Zeitverständnis akzeptieren

Roland Flükiger unterstreicht dies: «Man muss als Auswanderer akzeptieren können, dass in anderen Ländern ein anderes Zeitverständnis und ein anderes Ordnungssystem herrschen.» Sonst gehe man die Wände hoch.

Stundenlanger Anstehungskampf

Natürlich war dies auch dem Ehepaar von Ballmoos klar, bevor es nach Italien zog. «Aber in der Theorie so etwas zu wissen und es selber zu erfahren, ist etwas ganz anderes», sagt heute Maria von Ballmoos und liefert dazu ein Beispiel: «Da ist man nach stundenlangem Anstehkampf endlich in der Questura, um sich registrieren zu lassen und dann fehlt von einem Dokument eine Fotokopie. Die kann man dann nicht einfach schnell vor Ort machen und nachreichen.» Dafür muss man in eine Cartoleria gehen, um dann neu stundenlang in der Questura anzustehen. Die Registrierung von Ausländern sei allerdings vor etwa zwei Jahren in den Kompetenzbereich der Gemeinden delegiert und dadurch etwas kundenfreundlicher geworden.

Zehn völlig unterschiedliche Antworten

Aber generell herrsche Willkür pur. Niemand könne einem korrekt Auskunft geben, was man zum Beispiel betreffend der Steuern erledigen müsse. «Sie können zehn Italiener fragen und bekommen zehn völlig unterschiedliche Antworten.» Man habe eine permanente Holschuld, ohne aber zu wissen wofür. «Wenn man nichts macht, riskiert man plötzlich eine hohe Busse.»

Auch ermüde der Kampf mit alltäglichen Dingen. Die da wären: eine auch im Winter funktionierende Telefonleitung, eine befahrbare Strasse zum Haus, eine Stromversorgung ohne Sekundenunterbrüche oder Totalausfälle, sobald die Waschmaschine und der Backofen gleichzeitig laufen.

Hauskauf endet oft im Ruin

Der Kauf ihrer Liegenschaft ging indes vergleichsweise problemlos über die Bühne. Für viele Schweizer endet der Traum von eigenen Haus im Ausland im Ruin: Ein beliebter Ganoventrick ist der mehrfache Verkauf der gleichen Immobilie. Oder aber es fehlt ein Zufahrtsweg, der Untergrund des Bodens rutscht weg, das Grundstück liegt ausserhalb der Bauzone. Es ist auf jeden Fall ratsam, sich bei der Botschaft nach vertrauenswürdigen Notaren zu erkundigen. In Thailand können Ausländer überhaupt kein Land kaufen, obwohl von Immobilienhändler gern das Gegenteil behauptet wird: «Hier braucht es einen einheimischen Mittelsmann, dem aber im Streitfall die Liegenschaft auch gehört», warnt Regina Mäder vom Schweizer Club in Bangkok. Nur eine Eigentumswohnung könnten Ausländer kaufen. Doch es gebe generell Probleme mit der Aufenthaltsbewilligung.

Altersresidenzen samt Pflegestation

Trotzdem wird Thailand als Auswanderungsdestination immer beliebter. Es gibt auch schon eine ganze Reihe von Altersresidenzen samt Pflegestation. «Sie funktionieren in der Regel auf privater Basis und sind qualitativ den Schweizer Angeboten ebenbürtig, aber viel günstiger», sagt Roland Flükiger. Doch er warnt: «Man sollte nicht allein aus finanziellen Gründen auswandern». Das Leben in anderen Ländern erscheine oft nur auf den ersten Blick günstiger. So sei beispielsweise in Thailand die Basisversorgung für IV-Bezüger zwar äusserst preiswert, «aber ab einem gewissen Level wird die medizinische Betreuung so teuer wie bei uns in der Schweiz».

Euro hat alles verteuert

In Südeuropa ist das Leben seit der Einführung des Euros generell viel teurer geworden. Wer früher mit AHV und Rente sehr gut leben konnte, kommt heute nur mehr knapp über die Runden. «Viele Rentner an der Costa Blanca wollen nun ihre Finca verkaufen und in die Schweiz zurück kehren, aber der Immobilienmarkt ist zusammengebrochen und niemand kauft», hat Rita Strassmann festgestellt. Und Beatrice Jäger vom Schweizer Generalkonsulat in Spanien ergänzt: «Zu uns kommen immer mehr Schweizer, die um finanzielle Unterstützung bitten. Auf dem spanischen Sozialamt bekommt man nur Einkaufsgutscheine für Basisprodukte, Vermittlung von günstiger Wohngele-genheit, oder eine Platzierung in einem staatlichen Pflegeheim – eher selten Geld.»

Integration funktioniert über die Sprache

Dabei zeige sich dann auch ein zentrales Problem, das von einem Grossteil der Schweizer, die mit 50plus auswandern, unterschätzt werde: die mangelhaften Sprachkenntnisse. «Integration funktioniert über die Sprache. Man braucht sie, um ein tragfähiges Beziehungsnetz aufbauen zu können. Sonst steht man, wenn man alt und gebrechlich wird, plötzlich einsam und isoliert da», betont Rita Strassmann. Und noch was: «Man sollte nie einfach auswandern und denken, man lebe dann in den Tag hinein. Man braucht eine Beschäftigung, ein Konzept für den dritten Lebensabschnitt.»

Angst vor dem Gesichtsverlust

Ansonsten bleibe oft nur noch die Rückkehr in die Schweiz. Die ist dann allerdings auch nicht immer so einfach und werde meist als Gesichtsverlust, als Scheitern empfunden: «Die Aussteiger, einst mit der Idee ausgewandert, ins Paradies zu ziehen, hatten alle Warnungen von Bekannten und Freunden in den Wind geschlagen oder diese als Neid abgetan», sagt Andreas Huber.

Neues Leben in der Schweiz

Für Maria und Fredi von Ballmoos ist die Rückkehr kein Problem: «Wir haben im Piemont eine grossartige Zeit verbracht, haben mit den Italienern gegessen und gefestet – so wie es die Schweizer nie können. Nun beginnt für uns aber ein neuer Lebensabschnitt». Diesmal im Bündnerland, im Prättigau. Auf die Bemerkung, dass es dort aber auch lange Winter mit viel Schnee gebe, antwortet Fredi von Ballmoos lachend: «Aber da muss ich nicht selber Hand anlegen und für die gesamte Energieversorgung in die Hosen und auf Freileitungsstangen steigen.»

Vor dem Kofferpacken: Das gilt es zu beachten

Aufenthaltsbewilligung für Pensionierte

EU-Ländern: Wer den Nachweis über genügend finanzielle Mittel und eine Krankenversicherung erbringt, hat Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung für fünf Jahre. Die Behörden können aber bereits nach zwei Jahren eine Erneuerung verlangen.

Übriges Ausland: Wer finanziell unabhängig ist, hat meist keine Probleme. Es gibt aber Staaten, die die Hinterlegung eines Depots auf einer Bank verlangen. Gewisse Staaten wie Australien oder das südostasiatische Malaysia erteilen spezielle Visa für Rentner. Achtung: In die USA können Rentner nur mit einem Touristenvisum einreisen; dieses ist nur sechs Monate lang gültig.

Versicherungen

Arzt- und Spitalkosten sind für Ausländer oft sehr teuer, darum ist ein guter Krankenversicherungsschutz wichtig und muss mit der Krankenkasse rechtzeitig geregelt werden. Informationen zu EU- und Efta-Staaten: www.kvg.org. Für andere Länder bietet zum Beispiel Solisuisse als privater Vermittler eine international gültige Krankenversicherung an: www.soliswiss.ch.

Schweizer Zusatzversicherungen laufen mit dem Wegzug meist aus. Ältere Menschen haben dann Mühe, umfassenden Versicherungsschutz zu erhalten. Tipp: Schweizer Zusatzversicherungen kann man gegen ein kleines Entgelt ruhen lassen. Das erspart bei einer eventuellen Rückkehr in die Schweiz die Gesundheitsprüfung und höhere Prämien.

Haftpflicht- und Hausratversicherungen: Im Ausland müssen neue Versicherungen abgeschlossen werden.

Steuern

Bei dem Wegzug aus der Schweiz endet die unbeschränkte Steuerpflicht. Eine beschränkte Steuerpflicht besteht jedoch weiterhin für das in der Schweiz befindliche unbewegliche Vermögen (z.B. Immobilien) und Geschäftserträge.

Leistungen von schweizerischen Pensionskassen unterliegen der Quellenbesteuerung. Sofern ein Doppelbesteuerungsabkommen das Besteuerungsrecht dem Wohnsitzstaat zuweist, wird auf die Quellensteuer verzichtet oder diese auf Gesuch hin zurückerstattet.

Auskünfte zu den einzelnen Ländern und deren (sehr unterschiedlichen!) Steuersystemen erteilt die Abteilung für internationales Steuerrecht der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

Rente oder Kapital?

Der Kapitalbezug drängt sich auf bei Auswanderung in Länder wie Frankreich, die die Rente stärker besteuern als den Kapitalbezug. Meist lohnt es sich, Kapitalleistungen nicht mehr in der Schweiz zu beziehen, sondern erst auszuwandern und dann die Guthaben zu einer Freizügigkeits- bzw. Vorsorgestiftung mit Sitz in einem Kanton mit günstigen Quellensteuertarifen zu transferieren. Einige Stiftungen erheben jedoch hohe Gebühren, wenn sie lediglich als Durchlaufstelle benutzt werden.

Achtung: Die Kapitalauszahlung der 2. Säule wird bereits einen Tag nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses fällig. Zu diesem Zeitpunkt müssen Wohnsitz und Lebensmittelpunkt bereits im Ausland sein.

Immobilienbesitz

In einigen Ländern ist der Erwerb von Liegenschaften für ausländische Staatsangehörige beschränkt oder gar unmöglich (Thailand). Bei der Auswahl eines passenden Objektes deshalb unbedingt seriöse Fachleute beiziehen – die Schweizer Botschaften können bei der Vermittlung von Anwälten helfen.

AHV

Die AHV wird praktisch in jedes Land der Welt versandt, beziehungsweise auf ein Schweizer Konto überwiesen. Ergänzungsleistungen können allerdings im Ausland nicht beansprucht werden.

Was seit 2002 nicht mehr geht: Wer in ein EU-Land zieht, darf nicht mehr freiwillig in die AHV einzahlen, um später die volle Rente zu erhalten.

Domizilwechsel müssen der AHV-Ausgleichskasse und der zuständigen Pensionskasse mitgeteilt werden.

Beratung:
Merkblätter / persönliche Beratung: Bundesamt für Migration, www.swissemigration.ch und www.eda.admin.ch
Auslandschweizer-Organisation (ASO): Tel. 031 356 61 00. www.aso.ch
Buchtipp:
«Ab ins Ausland» Beobachter-Buchverlag. Neuauflage Juni 2006. 352 Seiten; Fr. 38.-
Andreas Huber:
«Sog des Südens. Altersmigration von der Schweiz nach Spanien am Beispiel der Costa Blanca», Seismo-Verlag, Zürich 2003. 295 S., Fr. 48.-
«Auswandern im Alter. Acht Lebensgeschichten von Schweizer Senioren an der Costa Blanca – ein Lesebuch und Ratgeber», Seismo-Verlag, Zürich 2004. 293 S., Fr. 38.-
Dieser Artikel ist auch im Beobachter (Extra-Beilage) erschienen

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